Verlag oder Eigenverlag?

Bevor du dir diese Frage stellst, sollte natürlich schon einiges zum Brettspiel passiert sein. Warum mache ich so bald schon einen Blog-Eintrag dazu? Es ist gut zu wissen, was denn alles auf einen zukommt, wenn man sich so ein Projekt vornimmt.

Ich habe die Frage ob Verlag oder Eigenverlag gar nicht in Betracht gezogen, da ich ohnehin all die Erfahrungen des Eigenverlages machen wollte. Als sich dann allerdings doch mehr Informationen aufgetan haben, hatte ich bereits jede Menge Zeit, teilweise auch Mittel aufgewandt, die mit einem Verlag vermutlich einfach verschwendet gewesen wären.

Ich muss dazu sagen, ich habe mit keinem Verlag persönlich gesprochen. Ich habe jedoch in vielen Erfahrungsberichten gelesen, dass Verlage teilweise sehr große Änderungen an Brettspielen vornehmen, zum Beispiel eigene Artworks verwenden, obwohl bereits aus eigener Tasche in Artworks investiert wurde, manchmal wohl auch das komplette Thema ändern, wenn es aus Marketing-Perspektive für sie mehr Sinn ergibt. Weiters legen die Verlage natürlich auch die Komponenten fest, welche natürlich minderwertiger sein können, als man es sich wünscht (manchmal auch besser als erwartet).
Von einem Reddit User habe ich gelesen, dass er 4-8 % Tantiemen vom MSRP (empfohlenen Verkaufspreis) erhält. Laut seinen Erfahrungen dürfte dies im eher höheren Standardbereich liegen, allerdings hatte er auch einen erfolgreichen Kickstarter und somit ist das Brettspiel eigentlich auch schon komplett produziert und beworben.

Eine von vielen Crowdfunding Plattformen und einer von vielen Brettspielverlagen

Im Eigenverlag übernimmt man als Spieldesigner nicht nur das Spieldesign, die Spieletests, den Prototyp und die Spielregeln, sondern sehr viel mehr. Man kümmert sich um Firmengründung, Finanzen, Koordination und Risiken, die nötig sind, um das Spiel auf den Markt zu bringen. Man kümmert sich um Illustratoren und Grafiker, um dem Spiel Atmosphäre und Leben einzuhauchen. Man kümmert sich um Hersteller, Materialien, Auflage und Übersetzung (falls mehrsprachig) für die Produktion sowie um die Distribution und Lagerung, die nötig sind, um das Spiel an Kunden oder Händler weiterzuverkaufen. Und sofern man sich nicht bereits irgendwo einen Namen gemacht hat: um die Werbung. Wenn niemand von einem Brettspiel weiß, wird es auch niemand kaufen.

Wie man hier unschwer erkennen kann, ist der Anteil des Spieldesigns wirklich nur einer von vielen Schritten, die nötig sind, um sein Brettspiel im Laden nebenan zu finden.

Wenn du wirklich nur deine Spielidee als Spieldesigner verwirklichen möchtest, aber mit dem Drum und Dran nichts zu tun haben willst, arbeite deinen Prototypen schön aus und mach ein cooles Verkaufsblatt für Verlage.
Im Eigenverlag hat man wirklich viel Aufwand und viel zu lernen, man baut sich aber auch etwas Langfristigeres auf. Ein Team zu haben, macht das Ganze deutlich angenehmer, wenn es allerdings das erste Projekt ist und nicht gerade der Freundeskreis, erhöht es auch die Kosten. Werbung von so einem Projekt bleibt allerdings auch für zukünftige Brettspiele erhalten, sofern es gut umgesetzt wurde.

Hast du Erfahrungen mit Spieleverlagen gemacht? Würdest du es wieder mit einem Verlag oder im Eigenverlag versuchen? Was hast du gelernt aus der Erfahrung?

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