Wie man unnötigen Aufwand beim ersten Prototypen verhindern kann (Teil 3)

Im dritten Teil zum Prototypen geht es um die Tester:

Überall liest man, dass ein Prototyp billig sein soll. So ein Prototyp soll schnell verwerfbar sein, falls er nicht funktioniert. Er soll nicht aufwendig sein, wenn man etwas verändern möchte. Man wird ständig Dinge austauschen und verbessern. Außerdem soll man Mechaniken nach und nach hinzufügen. Weiters möchte man seine Tester nicht quälen, es wäre also gut, wenn das Spiel schon einigermaßen funktioniert, wenn man Tester einlädt.

Wenn du gerne hättest, dass deine Tester sich ein Spiel mehr als einmal ansehen, ist es gut, wenn das Spiel schon halbwegs funktioniert und bereits an einigen Stellen Spaß aufgebaut wird. Deshalb ist es von Vorteil, ihn vorher schon ein paarmal mit einem besonders enthusiastischen Freund oder einer besonders enthusiastischen Freundin auszuprobieren. Dabei ist allerdings auch zu beachten, dass zwar ein 2-Spieler-Spiel einfach zu zweit testbar ist, aber Spiele für mehr Spieler teilweise nur sehr schlecht zu zweit gespielt werden können.

Für dein Brettspiel wirst du sehr viele Testrunden benötigen (sehr simple Spiele können hier eine Ausnahme sein) und da du meist mehrere Mitspieler benötigen wirst, heißt das, dass du auch entsprechend viele Tester brauchst. Deshalb ist es gut, deine Spieler bei Laune zu halten, damit sie es öfter ausprobieren wollen. Du wirst ein paar Freunde haben, denen dein Spiel sehr gut gefällt und die gerne mehrere Versionen davon spielen wollen. Bei Brettspielen gibt es allerdings sehr unterschiedliche Geschmäcker, nicht jeder Spieler mag jede Art von Spielmechanik oder Genre. Das heißt nicht, dass deine Freunde dir nicht trotzdem gerne beim Testen helfen wollen. Deshalb wechsle deine Tester durch und schau, dass du bis zum nächsten Test schon einige Verbesserungen vorgenommen hast, damit deine Tester auch Fortschritte miterleben.

Die Spieldauer macht auch einiges aus bei der Testmotivation. Ein Spiel, das in weniger als einer Stunde abgeschlossen ist, ist sehr viel einfacher auf den Tisch zu bringen als eines, das länger dauert. Auch ist die Frustration über noch nicht so ausgefeilte Inhalte des Spiels nicht so groß wie bei einem Spiel, das 2 bis 3 Stunden dauert. Gerade, wenn ein Spiel länger dauert und es nicht gut läuft, ist es oft besser, das Spiel abzubrechen. Das Feedback reicht meistens schon aus, um zu sehen, welche Probleme aufgetreten sind.

Es ist natürlich besonders wichtig, das Spiel auch bald mit Fremden und/oder auch blind (ohne deine Mithilfe) zu testen. Die Spieler spielen anhand der Anleitung und sollten möglichst ohne externe Hilfe ein Spiel abschließen können. Ich finde aber, bevor man ein Spiel an Fremde oder das Spiel zum Blindtesten gibt, sollte der Prototyp schon einige Testrunden durchgemacht und eine gewisse Qualität erreicht haben. Gerade in diesen Settings kann besonders hilfreiches Feedback gewonnen, aber auch besonders viel Frust erzeugt werden.

Mein Prototyp steht bald digital am Tabletop-Simulator auf Deutsch und auf Englisch zur Verfügung. Wenn du Magical Friends ausprobieren möchtest, melde dich in unseren Facebook-Gruppen oder bei unserem Instagram-Account. Dein Feedback hilft uns sehr. Ich arbeite auch an physischen Prototypen, die ich bald versenden möchte. Um auf dem Laufenden zu bleiben, kannst du auch einfach unseren Newsletter abonnieren.

Gerade während Covid-19 ist es sehr praktisch, ein Brettspiel auch digital testen zu können.


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