Messen und Conventions

Auf Cons und Messen kann man hervorragend Kontakte knüpfen. Das können Medienkontakte, Publisher, Hersteller, Logistikpartner oder Fans für dein Spiel oder von dir als Autor sein. Wichtig, diese Kontakte kann man sowohl als Besucher als auch als Aussteller knüpfen.

Als Besucher kann man die Stände abklappern, allerdings wird man viele dabei nicht finden. Nämlich diejenigen, die selbst keine Stände haben, oft vor allem Medienkontakte. Die Kontakte sind dennoch sehr wertvoll, außerdem kann man sich ein gutes Bild davon machen, wie ein Stand im nächsten Jahr aussehen könnte.

Ein Messestand selbst ist sehr teuer, rein von der Werbewirkung her. In Bezug auf Kunden, die man dadurch findet, zahlt sich die Investition vermutlich nur in seltenen Fällen aus, sofern man nicht vielleicht noch Spiele am Stand verkaufen kann. Neben den Standkosten selbst entstehen natürlich auch noch Kosten für die Stand-Deko, Reisekosten und möglicherweise noch extra Transportkosten für sperrige Deko oder Spiele, so man die schon palettenweise zum Verkauf anbieten könnte.

Allerdings kann man von all den oben genannten Kontakten selbst leicht gefunden werden und es ist auch gut möglich, Sachen herzuzeigen, was als Besucher oft schwierig ist. Gerade viele Reviewer und mögliche Fans haben keine eigenen Stände und müssen in der Lage sein, dich zu finden.

Messekontakte sind äußerst wertvoll, da schon direkter Kontakt geschlossen wurde. Man konnte sich persönlich kennenlernen und es gibt keine Scheu mehr, erneut in Kontakt zu treten. Bei Interessierten besteht nicht nur eine hohe Chance, dass sie tatsächlich auch Kunden werden, sondern möglicherweise werden sie sogar Unterstützer, indem sie selbst Werbung für dein Spiel machen oder dir auf andere Art und Weise helfen. Immerhin kennen sie ja jetzt den Spieleautor schon persönlich und können mitwirken.
Reviewern kann man möglicherweise schon direkt bei der Messe ein Review-Exemplar mitgeben, neben den Versandkosten spart man sich dabei auch etwas Lieferzeit.

Während Covid ist das Ganze allerdings ziemlich schwierig. Nun stehen vor allem digitale Messen an. Als Aussteller hält sich meine Begeisterung dafür zurzeit noch in Grenzen. Teilweise sind die „Standgebühren“ immer noch echt hoch und man hat als Aussteller dennoch sehr viel zusätzlichen Aufwand. Meist muss eine Website eingerichtet werden. Sie soll schön und professionell sein. Und tatsächlich hat das Ganze nicht viel Persönliches, wenn man nicht auch einen Livestream zur Verfügung stellt, wo man sich mit den Besuchern austauschen kann. Soll so ein Livestream hübsch aussehen, ist das jede Menge Aufwand! Der Vorteil ist, dass so eine digitale Messe sehr leicht zugänglich ist. Auch, weil es meist keine Eintrittskosten für Besucher gibt. Somit kann man damit rechnen, dass die Messe ordentlich frequentiert ist. Dass die Besucher aber dann auch an deinem Stand „vorbeikommen“ wie bei der richtigen Messe, ist dabei nicht gegeben. Es ist vieles anders, stelle ich zum Beispiel auf der Spiel in Essen aus, kann ich mit jedem Besucher Deutsch oder Englisch sprechen, je nach Bedarf. Online kann ich mir im Livestream nur eine Sprache aussuchen. Außerdem ist es etwas anderes, jemanden anzusprechen, wenn er nicht vor dir am Stand steht. Zuschauer sind komplett anonym, man kann sie zwar um Fragen und Kommentare bitten, eine Interaktion kann aber nur vom der anderen Seite gestartet werden. Weiters gibt es eigentlich nicht wirklich einen Grund, dass diese Kontakte nicht einfach so übers Internet entstehen sollten. Wer eine digitale Messe besucht, findet deine Inhalte auch online. Auch ein Verkauf am Stand fühlt sich nicht anders an als im Webshop.

Ich hätte dieses Jahr sehr gerne mit meinen Illustratorinnen auf der Spiel in Essen einen Stand gehabt, leider müssen wir uns noch ein bisschen gedulden. Nächstes Jahr wird es sicher auch einzigartig werden!

Welche Erfahrungen hattest du bis jetzt auf Brettspielmessen gemacht, egal ob physisch oder digital? Da gehen die Meinungen sicher etwas auseinander, ich bin gespannt!

3 Kommentare zu „Messen und Conventions

  1. Ich liebe Messen über alles. Ob Spiel in Essen, Darmstadt spielt (ist eher ein Spieleevent, aber auch dort gibt es Stände) oder gamescom.
    Es macht unglaublich viel Spaß die Macher eines Spiels kennen zu lernen. Zum Leid meines Geldbeutels steigert das ungemein die Kaufbereitschaft. Wie ich dir zustimme, wirken sich auch die wegfallenden Lieferkosten sowie das physische Kaufakt positiv auf das Wachstum meines Brettspielschrankes aus.
    Was mir besonders auffällt ist, dass selbst wenn ich ein Spiel bereits kenne, gehe ich trotzdem jedes Jahr wieder zu den gleichen Spieleentwickler um nochmal hi zu sagen. Es interessiert mich welche neuen Spiele kreiert wurden oder wie der Stand diesmal aussieht.
    Es macht mich total glücklich mit Entwicklern zu reden, nicht nur um ein persönliches Bild von ihnen oder einen Blick hinter die Kulissen des Spiels zu bekommen, sondern am meisten, weil sich die Entwickler (besonders die kleinen) riesig freuen, wenn man vorbei kommt und mit ihnen redet oder deren spiel spielt.

    Dieses Jahr auf der digitalen Gamescom war ich überrascht wie nah ich an das Gefühl einer richtigen Messe heran kam. Natürlich ist es nicht das gleiche, aber dafür dass es vom eigenen Drehstuhl aus geschieht ist der Hammer! Besonders die kleinen Entwickler haben sich besonders gefreut, weil sie teilweise stundenlang darauf warten mussten, bis ein Spieler zu ihnen in den Discord kamen im zu reden. Oft habe ich dann angeboten die Demos live für dir Entwickler zu spielen und einige haben das mit unglaublicher Freude und Dankbarkeit angenommen.

    Die Spiel digital hat dieses Messe Gefühl nicht ganz. Jedoch habe ich Tabletopia entdeckt, wodurch mich mehr neue Spiele das ganze Jahr über erreichen als es die Messe täte. Also eine Brettspiel Messe ist für mich Quantität statt Qualität.
    Ich glaube die Indie Arena der Gamescom, auf der man sich virtuell bewegen konnte und auf digitale Weise die Stände abläuft hat durch diesen Mechanismus das Messe Gefühl erreichen können. Die spiel digital hatte zwar auch eine Website auf der man sich durch die Verlage klicken konnte, jedoch verlor ich dort schnell den Überblick. Es gab geniale discord Server die jeweils einen Messeraum darstellten und bei dem die einzelnen Spachkanäle die verschiedenen Spieltische ersetzten. Leider wurden diese jeden Tag gelöscht und es war sehr umständlich diese Server zu finden.
    Das highlight waren für mich die streams. Man muss dabei gewesen sein um zu verstehen warum. Team Knuffig weiß Bescheid 😉

    Kurz und knapp: digitale Messe hat ihren Vorteil, aber live ist es meiner Meinung nach besser. Den Umständen entsprechend ist es aber ein guter Kompromiss.

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    1. Von den digitalen Messen hab ich bis jetzt nur die Spiel Digital besucht und hatte da ein ähnliches Gefühl, was den Überblick betrifft wie du. Wie du schon sagst, haben sie aber leider auch stundenlang darauf gewartet, bis jemand zu ihnen kam. Solche Besucher wie dich wünscht sich natürlich jeder Aussteller und gerade die kleineren Entwickler hoffen genau auf solche Kontakte, ich hab Glück, das du von selbst auf meinen Blog gestoßen bist. Was so eine digitale Messe betrifft, befürchte ich, ist das Geld als noch frischer Game Designer dafür auf einer professionellen Webseite oder Video effizienter aufgehoben. Nebenbei bleibt auch noch viel Zeit übrig, über andere Wege Kontakt zu knüpfen. Sollte man schon etwas zu verkaufen haben oder schon genug Bekanntheit erreicht haben, das die Besucher schon direkt den Stand aufsuchen, sind die Mittel bei so einer digitalen Messe sicher schon effizienter genutzt.
      Von der Indie Arena der Gamescom hab ich schon einiges gehört, war aber leider nicht dabei, die stell ich mir wirklich super vor. Ich kann mir auch gut vorstellen, das dort auch einem kleinen Aussteller viel einfacher jemand über den Weg läuft. Weil gerade das durchlaufen zwischen den Ständen gefördert wird und auch die Präsenz der Stände viel mehr gegeben ist.

      Ich (und auch meine Illustratoren) freuen uns aber auf jeden Fall schon riesig aus die Spiel 2021, da wollen wir auf jeden Fall als Aussteller teilnehmen. Vermutlich wird es sich zwar leider noch nicht ausgehen, das wir unser Spiel schon zum Verkauf dabei haben, aber es wird bestimmt ein tolles Erlebnis. Ich hoffe, das wir uns dann dort auch live kennenlernen können!

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